Übernahme der Bestattungskosten beantragen (Sozialhilfe)

Wenn jemand stirbt und bestattet werden muss, müssen Sie als angehörige Person für die Bestattung sorgen und die dabei anfallenden Kosten vorerst übernehmen. Zum Tragen der Bestattungskosten verpflichtet sind nacheinander:

  • vertraglich Verpflichtete (z.B. bei einer Bestattungsvorsorgevereinbarung)
  • der Erbe/Erbin und bei einer Erbengemeinschaft jeder Miterbe/Miterbin
  • Unterhaltsverpflichtete
  • bestattungspflichtige Personen gemäß Bestattungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes oder, wenn es so ein Gesetz nicht gibt, nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches.

Wenn Sie die Bestattung veranlasst haben ohne dafür verpflichtet gewesen zu sein, haben Sie einen Ausgleichsanspruch gegen den oder die Verpflichteten.

Es ist ratsam, sich vor Auftragserteilung einer Bestattung vom Sozialamt beraten zu lassen.

^
Voraussetzungen
  • Sie sind zur Tragung der Bestattungskosten verpflichtet.
  • Die verstorbene Person hat keinen ausreichenden Nachlass hinterlassen.
  • Sie können die Kosten der Bestattung nicht aus eigenen Mitteln tragen.
  • Die Kosten sind unter sozialhilferechtlichen Aspekten angemessen.

Berücksichtigt werden nur die Kosten für ein ortsüblich einfaches, aber würdiges Begräbnis oder für eine solche Feuerbestattung. Beispielsweise gehören dazu die Kosten für den Sarg oder eine Urne, ein Leichenhaus und Grabgebühren sowie Kosten für das Anlegen des Grabes.

Nicht berücksichtigt werden unter anderem Kosten für die laufende Grabpflege und für Trauerkleidung.

^
Verfahrensablauf

Im Bürgerbüro liegen Formulare zur Abholung diesbezüglich bereit.

Zuständige Stelle ist jedoch das Landratsamt Karlsruhe - Amt für Versorgung und Rehabilitation.

www.landkreis-karlsruhe.de/Service-Verwaltung/Service/Dienstleistungskatalog/index.php?ModID=10&object=tx%2C3051.2.1&La=1&NavID=1863.23&text=&ort=1114.3&k_sub=1&FID=3051.633.1

^
Erforderliche Unterlagen

Nachweise der verstorbenen Person:

  • Sterbeurkunde
  • Bestattungsvorsorgevertrag
  • Aufstellung und Bewertung des Nachlasses mit Vermögensnachweisen, vor allem:
    • lückenlose Girokontoauszüge der letzten drei Monate
    • Sparbücher
    • Geldanlagen
    • Wohneigentum
    • Versicherungssumme von Lebensversicherungen
    • Zeitwert des Kraftfahrzeugs
    • Bausparguthaben und Ähnliches
  • falls vorhanden: Testament oder Erbvertrag
  • Aufstellung der möglichen Erbinnen und Erben und Familienangehörigen der verstorbenen Person:
    • Ehefrau oder Ehemann
    • Kinder
    • Eltern
    • Geschwister
    • Enkelkinder
    • Großeltern
    • Partnerinnen oder Partner in eheähnlicher Gemeinschaft
    • eingetragene Lebenspartnerinnen und Lebenspartner
    • sonstige Erbinnen und Erben

Nachweise der antragstellenden Person:

  • Erbschein oder Nachweis der Erbausschlagung
  • Kopien über die Art und Höhe des Einkommens der letzten drei Monate
  • Angaben zu weiteren Angehörigen der verstorbenen Person (z.B. im Haushalt lebende Erbinnen oder Erben und Angehörige der verstorbenen Person)
  • Nachweise über die Vermögensverhältnisse
  • Nachweise der monatlichen Belastungen
  • Mietvertrag und letzte Mieterhöhungserklärung der Vermieterin oder des Vermieters (aktuelle Miethöhe)
  • falls Sie den Antrag erst nach der Bestattung stellen: Originalrechnung des Bestattungsinstituts
^
Frist/Dauer

Der Antrag kann vor oder auch noch nach einer Bestattung gestellt werden. Es empfiehlt sich jedoch, den Antrag bereits vor der Bestattung zu stellen.

^
Rechtsgrundlage
^
verwandte Dienstleistungen