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Bürgermeister Blog


 Blick aus dem Publikum: Bürgermeister Huge steht am Rednerpult.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

bundesweit und am letzten Samstag auch bei uns versammeln sich Menschen, die in Sorge sind um die Zukunft unseres Landes, um die Errungenschaft, in einem weltoffenen, vielfältigen, toleranten und demokratischen Staatswesen leben zu dürfen.

Mir war es eine große Freude, dass dem Aufruf für diese Demonstration alle Parteien und Fraktionen im Gemeinderat, so viele Institutionen, Betriebe, Vereine und Einrichtungen gefolgt sind. Das war ein besonderer Tag in unserer Ortsgeschichte, ein sehr guter Tag für die Demokratie, für Toleranz, für Vielfalt und für ein gutes Miteinander in unserer Gemeinde, in unserer Region, in unserem Land.

In meiner kurzen Ansprache habe ich betont:
Wir sind die 80, die 85 - hoffentlich bald die 95 Prozent, die sich unser Land nicht kaputt machen lassen wollen. Wir sind die, die Einstehen für die Errungenschaft einer freiheitlichen, einer weltoffenen, einer liberalen und sozialen Gesellschaft. Wir sind die, die deutsche Geschichte kennen, wir sind die, die Verantwortung dafür übernehmen, dass die bösen Geister der Vergangenheit zurückgedrängt werden.
Ja zu den Werten unseres Grundgesetzes. Nein zu Hass und Hetze, nein zu Ausgrenzung: Vielfalt ist unsere Stärke, bunt sein ist unsere Stärke. Der Wohlstand, der in unserem Land nach 1945 neu entstehen durfte, neu erschaffen wurde: Der Wohlstand, in dem wir heute leben, ist das Ergebnis von Fleiß und von Weltoffenheit. Menschen aus 100 Nationen leben bei uns friedlich zusammen. Und das ist gesellschaftlicher, das ist sozialer Reichtum, ohne den der Wohlstand nicht entstanden wäre.
Niemand ist gleicher, weil seine Vorfahren schon länger an einem bestimmten Ort leben. Auf Niemanden wird herabgesehen, weil er eine andere Religion hat als man selbst. Das sind die richtigen Grundsätze des Zusammenlebens hier in unserer Gemeinde, in unserem Land. Die Grundwerte gelten auch, wenn die Herausforderungen für die Politik groß sind, wenn die Sorgen der Menschen vor den Kriegen der Gegenwart, vor der nächsten Pandemie, vor wirtschaftlicher Not in unserem reichen Land groß sind. Die Aufgaben für die Politik sind derzeit immens, weil Kriege näherkommen, weil der Klimawandel da ist, weil der demografische Wandel da ist. Die Komplexität der politischen Aufgaben ist anstrengend. Demokratie ist anstrengend, Kompromiss ist anstrengend. Kompromisse suchen, auch streitig suchen, das ist es, was unsere demokratische, weltoffene Gesellschaft zusammenhält. Nicht billige Polemik.
Die vielen Herausforderungen der Gegenwart sind keine Ausrede, um andere Menschen auszugrenzen, abzuwerten. Wir sagen Nein zu Menschenverachtung und Intoleranz – hier heute in Bad Schönborn und an ganz vielen Orten im ganzen Land in einem breiten Bündnis der Demokraten. Wir brauchen Antworten mit Weitsicht auf die großen, die komplexen Herausforderungen: Das müssen wir von unseren demokratischen Parteien einfordern. Was wir nicht brauchen, ist billige Polemik und Antworten, die schon in der Vergangenheit ganz falsch waren – die mörderisch waren.


Wir haben Platz für viele Meinungen in unserem Land. Aber wir haben keinen Platz für die, die unsere demokratische Grundordnung untergraben und abschaffen wollen.
Wer Rechtsextreme wählt, weil er es „denen da oben mal zeigen will“, muss wissen, dass deren politischen Ideen ihm selbst am meisten schaden werden.
Ja, die Lage ist komplex. Aber die Gemeinschaft der Demokraten zeigt in den letzten Wochen eine bewegende Stärke. Meine Bitte, bleiben wir gemeinsam ausdauernd darin unsere bunte Gesellschaft, unsere freiheitliche und demokratische Grundordnung zu schützen.

Ich war stolz und gerührt, dass sich so viele Menschen auf dem Marktplatz versammelt haben. Danke an die Organisatoren, danke an alle, die für ein buntes, vielfältiges und tolerantes Bad Schönborn eintreten.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Rathaus

Ihr
Klaus Detlev Huge
Bürgermeister

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Redakteur / Urheber
Bürgermeister
Klaus Detlev Huge