Neues vom Gesundheitsstandort

Es geschah... 1971

Wir feiern Jubiläum - anders als geplant!

1971

Der Zusammenschluss von Bad Langenbrücken und Bad Mingolsheim prägte das erste Jahr der Doppelgemeinde. Im Dezember 1970 hatten beide Orte eine Vereinbarung über die Fusion getroffen und gleich am 5.01.1971 wurde der Gesamtgemeinderat beider Ortsteile ins Rathaus Langenbrücken einberufen. Der Landkreis hatte die Genehmigung am 29.12.1970 erteilt, was Dr. Herbert Göbel als Vorsitzender verkündete. Zuerst hieß die Gemeinde Bad Mingolsheim-Langenbrücken - mit der Auflage diesen vorläufigen Namen "alsbald" zu ändern. Dr. Valentin Merger wurde als vorläufiger Bürgermeister bestellt.

Die Räte waren 1971 mit Bürgermeister-, Namens- und Gemeinderatswahl beschäftigt. Walter Bender entschied die Bürgermeisterwahl im März für sich und die Gemeinderatswahl im Oktober fand mit unechter Teilortswahl statt. 20 Gemeinderäte wurden gewählt (s. auch Jubiläumskalender).

Schwieriger gestaltete sich die Namenswahl für die Gemeinde denn 73 Vorschläge wurden eingereicht. Durchgesetzt hatten sich Bad Mingolsheim-Langenbrücken, Bad Kislau und Bad Schönborn. Nach drei Abstimmungsgängen im Mai, setzte sich Bad Schönborn mehrheitlich durch. Im Juli wurde der "unter Zeitdruck" getroffene Beschluss in Frage gestellt. Plötzlich waren Bad Solen, Bad Kraichbronn oder Bad Heilsberg wieder im Gespräch. Eine Bürgeranhörung sollte Abhilfe schaffen.

Die Flurbereinigung wurde initiiert und fasste nicht-bewirtschaftete Flächen zusammen. In Langenbrücken fand ein Basar für die Errichtung eines Pfarrzentrums statt. Die Vereine berichteten über Ausflüge,  Fasching und Jubiläen, wie das 50-jährige Bestehen des Musikvereins "Eintracht" Mingolsheim. Interessant auch die Beiträge der Kur- und Verkehrsvereine, die sich im Zuge der Fusion ebenfalls zusammenschlossen. Im Frühjahr 1971 zitierte der Kur- und Verkehrsverein eine Studie des Instituts für wissenschaftliche Zukunftsforschung an den Wickert-Instituten Tübingen. Diese sagte voraus, dass "der normale Arbeitnehmer 1990 nur noch vier Tage in der Woche arbeiten und 12 Wochen Urlaub haben" sowie "mit 45 Jahren an seine Pensionierung denken" wird. Daher werde der Freizeitindustrie riesiges Wachstum vorhergesagt - tolle Startbedingungen für den neuen Doppelkurort!

Die Realschule entließ ihren dritten Jahrgang und hatte Angst vor Raumnöten, denn Schüler der überfüllten Realschule in Wiesloch kamen hier an. Der Errichtung einer Sonderpädagogischen Schule - im Gegenzug dafür, dass jene "auswärtigen" Realschüler wieder nach Wiesloch gingen, wurde zugestimmt. Um die Schulabgängerinnen warben die "Wiener Werkstätten" mit einer 18-monatigen Ausbildung zur Näherin, und dabei durften die Angestellten auch während der Arbeit "Heiße Höschen, Mini - Midi oder Maxi" tragen!

Bei der Volkszählung 1970 hatte die Gemeinde 7.746 Einwohner, darunter 4.749 Personen mit Volksschule als höchsten Bildungsabschluss und 90 mit Hochschulabschluss. 86 Personen waren geschieden, 321 waren 75 oder älter. Bad Mingolsheim Bürgermeister a.D. Josef Willhauck bekam das Ehrenbürgerrecht bei seiner Verabschiedung im Dezember verliehen.



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