Neues vom Gesundheitsstandort

Gedenken an die Opfer

Der Volkstrauertag wurde Corona-konform begangen

BM Huge spricht am Volkstrauertag 2020
Bürgermeister Klaus Detlev Huge spricht am Volkstrauertag auf dem Firedhof in Mingolsheim.


 „Stellen Sie sich vor, Sie wären im Jahr 1900 geboren“, begann Bürgermeister Klaus Detlev Huge seine Ansprache am Volkstrauertag mit einem Text, auf den ihn seine französische Amtskollegin Anne Guillier aus Niederbronn-les-Bains aufmerksam gemacht hatte.

In seinem Leben hat, wer Jahrgang 1900 war, viele Opfer gebracht, mehrere Kriege, die Inflation und Pandemien überstanden – oder auch nicht. Während die Mitglieder der Vorgängergenerationen zum Teil als ganz junge Menschen in den Krieg ziehen mussten, verlange man von den heutigen Generationen – gerade in diesen Zeiten – Rücksichtnahme, Verantwortungsbewusstsein und Disziplin.

Über 30 Personen hatten sich mit dem Bürgermeister und Pfarrerin Luise Helm zu der Trauerfeier vor dem Ehrendenkmal am Friedhof versammelt. Mit Corona-konformen Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung gedachten sie der Opfer aller Kriege, der Gewalt der Diktaturen und des Terrors.

Pfarrerin Helm brachte mit hoffnungsvollen Bibelzitaten Gedanken für eine bessere Welt ein. Was wir den Kindern und Jugendlichen beibringen, gestaltete die Welt von Morgen. „Bringen wir ihnen Frieden oder Krieg bei, werden die Schwerter zu Pflugschären gemacht?“ Es läge in unserer Hand.

Zeitgleich waren Bürgermeister- Stellvertreter Christian Kerti und Gemeindereferentin Beate Hintermayer-Tilly in Langenbrücken mit weiteren Trauergästen zusammengekommen, um auch dort den Gefallenen, Vermissten und Ermordeten zu gedenken.

Corona-bedingt hatte man in beiden Ortsteilen auf die Mitwirkung der Schulen verzichtet. Lediglich kleine Bläsergruppen umrahmten das Gedenken. In Langenbrücken spielte ein Ensemble der Musikschule Mehrklang, in Mingolsheim eine Gruppe des Musikvereins Eintracht Mingolsheim.

Nachdem das ergreifende Trompetensolo des „Guten Kameraden“ als Schlusslied ausgeklungen war, begab man sich in Mingolsheim an das Gräberfeld, in dem unter anderem die Opfer des verheerenden Bombardements auf Bruchsal am 1. März 1945 bestattet wurden. Hier ist auf Initiative von Melitta Gantner ein Hinweisschild angebracht worden. Melita Gantner verlas die Namen der Mingolsheimer Opfer vor und die Anwesenden gedachten allen Menschen, an diesem schrecklichen Tag den Tod fanden. Bürgermeister Huge dankte der Initiatorin für ihr Engagement.

Melita Gantner liest die Namen der Opfer des Bombenangriffs auf Bruchsal am 1. März 1945 vor.
Im Beisein von Pfarrerin Luise Helm und Bürgermeister Klaus Detlev Huge liest Melita Gantner (rechts) die Namen der Mingolsheimer Opfer des verheerenden Bombenangriffs auf Bruchsal vor.

Den traditionellen Besuch auf dem Soldatenfriedhof in der Partnergemeinde Niederbronn-les-Bains fand in diesem Jahr auf Grund der Pandemie nicht statt.

Die Gemeindeverwaltung dankt allen Mitwirkenden: Pfarrerin Luise Helm, Gemeindereferentin Beate Hintermayer-Tilly, dem Musikverein Eintracht Mingolsheim, der Musikschule Mehrklang, Melita Gantner, dem Volksbund Deutscher Kriegsgräber und dem Bestattungsinstitut Ganninger sowie der Gärtnerei Sabine´s Blumenlädchen.
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