Neues vom Gesundheitsstandort

Hinweise auf Schätze am Wegesrand


Gänseblümchen sind landläufig bekannt, Rotklee und Schafgarbe lassen sich eventuell auch noch erkennen und benennen. Aber Baldrian? Scharbockskraut? Schöllkraut? Wachsen diese Pflanzen hier bei uns? Wie sehen sie aus und wofür können sie verwendet werden?

Die Gesundheitstrainerin und Ernährungsberaterin Beate Beyerle aus Langenbrücken weiß um die Kraft der Pflanzen, ist in der Kräuterheilkunde ausgebildet. Vor 15 Jahren hat sie damit begonnen, Wandertouren zu führen und ihre Kenntnisse weiterzugeben. Dabei hat sie festgestellt, „dass es in der Gruppe viel einfacher ist, den Einzelnen für gesunde Ernährung zu sensibilisieren als im Individualgespräch“. Gleichzeitig ist es ihr so gelungen, die Aufmerksamkeit auf die Natur und deren Fülle an wirkungsvollen Bestandteilen zu lenken.

Beate Beyerle (Mitte) übergibt die von ihr erstellte Beschilderung für den Kräuterwanderweg an die Gemeinde, worüber sich Bürgermeister Klaus Detlev Huge (rechts) und der Leiter der Tourist Information, Klaus Heinzmann (links) freuen.

Beate Beyerle (Mitte) übergibt die von ihr erstellte Beschilderung für den Kräuterwanderweg an die Gemeinde, worüber sich Bürgermeister Klaus Detlev Huge (rechts) und der Leiter der Tourist Information, Klaus Heinzmann (links) freuen.

2008 entstand die Idee, eine Route in Langenbrücken auszuschildern – die Geburtsstunde des Kräuterwanderweges Bad Schönborn. Start kann beispielsweise der Minigolfplatz in der Franz-Peter-Sigel-Straße am Rand des Kurparks sein. Aber der „Einstieg“ ist auch an jedem anderem Punkt des Rundweges möglich, der als kurze, halbstündige oder lange, rund 90 minütige Wanderung gegangen werden kann. Beate Beyerle hat damals die Schilder selbst her- und aufgestellt. Die Hinweistafeln informieren in Wort und Bild über ein Kraut, das hier am Wegesrand oder auf der Wiese gedeiht.

Es ist zu lesen, wie es heißt, wann es blüht, welche Bestandteile wann und wofür verwendet werden können. „Meine Intention war es, dass jeder das Wertvolle der Kräuter erkennen kann und das, was er kennt auch verwendet. Denn mit Kräutern lässt sich das einfachste Gericht wunderbar anreichern“, sagt die 64-Jährige. Er sei froh und dankbar, „dass die Gemeinde schon vor Jahren dieses Geschenk von ihr bekommen hat. Unsere natürliche Umgebung ist so reizvoll und hat so viele Schätze und sie war eine der ersten, die sie gehoben hat“, erklärte Bürgermeister Klaus Detlev Huge.

Nun hat Beate Beyerle die 30 Schilder mit finanzieller Unterstützung des Kur- und Verkehrsvereins sowie der Tourist Information Bad Schönborn wetterbeständig auffrischen lassen und sie mitsamt dem Kräuterweg in die Obhut der Gemeinde übergeben, da sie sich jetzt anderen Themen widmen möchte.

Gerade der Aspekt die Natur neu zu erleben, sei für Bad Schönborn als Tourismusstandort überaus wichtig, bedankte sich auch Klaus Heinzmann, Leiter der Tourist Information, für die informativ beschilderte Route. Sie ist in die 10,4 Kilometer lange „Kräutergenusstour BS3“ integriert, die am Kurpark Langenbrücken beginnt, am Kneippbecken vorbei durch den Pfarrwald führt und als eine der Bad Schönborner Erlebnisrundwege im Rahmen der Gesamtbeschilderung Kraichgau-Stromberg ausgewiesen ist.

Doch die Hinweistafeln von Beate Beyerle geben nicht nur Auskunft über die heimische Pflanzenwelt, sie laden auch zum Lesen und ein wenig zum Nachdenken ein, denn die Kräuterexpertin hat sie zusätzlich mit Zitaten von bekannten und weniger bekannten Dichtern und Denkern ausgestattet.

Gerade dann, wenn Gänseblümchen, Schöllkraut und Baldrian Winterpause haben, begleiten Aussagen unbekannter Herkunft wie „Kräuter sind die kleinen Schätze am Wegesrand, die Kunst besteht darin, sie zu sehen und ein Auge dafür zu haben“ oder Wilhelm Busch, Hermann Hesse und Oskar Kokoschka mit ihren Weisheiten die Spaziergänger.
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Redakteur / Urheber
Mit freundlicher Genehmigung von Petra Steinmann-Plücker