Neues vom Gesundheitsstandort

„Jetzt reicht’s!“ Gemeinsame Initiative von Bad Schönborn und Polizei gegen Diebstähle und Vandalismus
Appell: Beobachtungen gleich melden


„Wir haben in Bad Schönborn eine außergewöhnlich hohe Kriminalitätsbelastung. Und das schon seit Jahren mit steigender Tendenz“, so der Erste Kriminalhauptkommissar Gerd Volland. Und weil man diesem Phänomen nicht länger zuschauen könne, sei es nun an der Zeit, zu handeln. Gemeinsam zu handeln, erklärt der Leiter des Bad Schönborner Polizeireviers im Rahmen eines Pressegesprächs weiter. Konkret gehe es um Diebstähle, insbesondere von Fahrrädern und Vandalismusschäden. Rund 400 Bad Schönborner seien Jahr für Jahr Opfer von Diebstählen; Graffitis und mutwillige Beschädigungen an Häusern, Autos, öffentlichen Anlagen und Verkehrseinrichtungen kosten die Gemeinde Geld und Aufwand für die Instandsetzung. Andere Sachbeschädigungen wie das Aushebeln von Kanaldeckeln können richtig gefährlich werden. Bad Schönborn habe unerklärlicher Weise eine weit höhere Kriminalitätsbelastung als die anderen Gemeinden im Landkreis und rangiert nach Bruchsal sogar an zweiter Stelle. Weil dieser Zustand gerade für eine Kurgemeinde nicht mehr tragbar sei, haben die Gemeindeverwaltung und die Polizei die gemeinsame Initiative „Jetzt reicht’s – Tu was!“ ins Leben gerufen. In Anlehnung an die bundesweite Zivilcourage-Kampagne der Polizei wird an die Bevölkerung appelliert, Beobachtungen umgehend telefonisch bei der Polizei zu melden. Das Polizeirevier Bad Schönborn betreue ein zu großes Gebiet, um ständig vor Ort sein zu können, deshalb gelinge „die beste Tataufklärung, dann, wenn Hinweise aus Bevölkerung kommen“, führte Gerd Volland aus. Die Aktion „Tu was!“ will dazu beitragen, zu sensibilisieren und die Hemmschwelle zu reduzieren, wenn es darum gehe, zum Telefon zu greifen und die 110 zu wählen, wenn man bei einer Beobachtung ein komisches Gefühl habe. Plakate, Flyer und Veröffentlichungen im Internet, unter anderem auf der Homepage der Gemeinde, klären auf und geben Tipps wie „Schauen Sie nicht weg, wenn jemand Sachen mutwillig beschädigt, zerstört oder entwendet“. Wichtig sei, sofort die Polizei telefonisch unter der zentralen 110 zu verständigen, nicht erst am nächsten Tag, ergänzt der Leiter des Ermittlungsdienstes Bernhard Oberst. Denn dann bestehe eine realistische Chance, den oder die Täter zu ermitteln. Das habe auch nichts mit Verpetzen oder Denunzierung zu tun, denn schließlich seien Sachbeschädigungen keine Kavaliersdelikte, sondern es gehe häufig um „Allgemeineigentum und unser aller Geld“ und, wie im Fall der Gullideckel um den Schutz anderer Verkehrsteilnehmer. Darüber hinaus soll es verstärkt gemeinsame Streifen von Polizei und Gemeindevollzugsbeamten geben. Im Hinblick auf die Fahrraddiebstähle insbesondere an den Bahnhöfen Mingolsheim und Langenbrücken, reagiere die Gemeinde nun mit der Aufstellung sogenannter Fahrradkäfige, die nur mit einem gegen ein Entgelt zu erwerbenden Transponder zugänglich und in denen die Räder sicher aufgehoben sind, berichtete Hauptamtsleiter Edgar Schuler. „Wir brauchen einen Rückgang!“, betonte Revierleiter Volland und bekräftigte den Aufruf: „Schauen Sie hin und rufen Sie lieber einmal mehr die 110 an als einmal zu wenig.“

vlnr: Ordnungsamtleiter Dirk Vogel, Hauptamtsleiter Edgar Schuler, Revierleiter Gerd Volland, Bernd Oberst und Stefan Lang.
vlnr: Ordnungsamtleiter Dirk Vogel, Hauptamtsleiter Edgar Schuler, Revierleiter Gerd Volland, Bernd Oberst und Stefan Lang.
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Redakteur / Urheber
Text: Mit freundlicher Genehmigung der BNN (psp)
Bild: bsr