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Ausschlagung der Erbschaft erklären

Wenn Sie Erbe geworden sind, müssen Sie sich entscheiden, ob Sie die Erbschaft annehmen oder ausschlagen. Dies gilt unabhängig davon, ob Sie aufgrund gesetzlicher Erbfolge, eines Testaments oder eines Erbvertrags erben.

Informieren Sie sich, welche Vermögenswerte und welche Schulden vorhanden sind.

Achtung: Beachten Sie, dass Sie mit dem Nachlass auch die Schulden des Erblassers oder der Erblasserin übernehmen. Sie haften dabei nicht nur mit dem Nachlass, sondern auch mit Ihrem eigenen Privatvermögen (Erbenhaftung).

Haben Sie sich entschlossen, die Erbschaft nicht anzunehmen, müssen Sie normalerweise  die Ausschlagung der Erbschaft erklären.

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Voraussetzungen

Sie möchten eine Erbschaft ausschlagen.

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Verfahrensablauf

Die Ausschlagung der Erbschaft müssen Sie gegenüber dem zuständigen Notariat erklären. Dies können Sie dort entweder zur Niederschrift oder in öffentlich beglaubigter Form tun. Ein formloser Brief an das Notariat genügt nicht.
Die öffentlich beglaubigte Ausschlagungserklärung kann entweder von einem Notar oder dem örtlichen Ratschreiber entgegengenommen werden.

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Erforderliche Unterlagen

keine

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Frist/Dauer

Sechs Wochen ab Kenntnis von der Erbschaft und dem Grund, warum Sie Erbe geworden sind, beispielsweise aufgrund gesetzlicher Erbfolge oder aufgrund Testaments.

Sind Sie durch ein Testament oder einen Erbvertrag als Erbe berufen, beginnt die Frist erst, wenn das Nachlassgericht die Verfügung von Todes wegen bekannt gegeben hat.

Die Ausschlagungsfrist beträgt sechs Monate, wenn der Erblasser oder die Erblasserin den letzten Wohnsitz nur im Ausland gehabt hat oder Sie sich als Erbe oder Erbin bei Beginn der Frist im Ausland aufgehalten haben.

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Kosten/Leistung

Für die Entgegennahme der Ausschlagungserklärung wird ein Viertel der vollen Gebühr aus dem Gegenstandswert der ausgeschlagenen Erbschaft (nach Abzug der Schulden) erhoben. Die Gebühr beträgt mindestens 10 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.

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Rechtsgrundlage