Gemeindenachricht

Ein Kurpark, der duftet, klingt und schmeckt


neuer kurpark

Noch dominieren Baumaschinen das weitläufige Areal des Kurparks entlang der Mingolsheimer Waldparkstraße. Doch beinahe stündlich sind neue Elemente zu entdecken. Der dritte Bauabschnitt im Rahmen der Metamorphose vom Kurpark zum Sole Aktiv Park geht mit großen Schritten dem Ende zu.

Noch im Juli sollen alle Arbeiten fertiggestellt sein, die offizielle Einweihung sei Mitte September geplant, informiert der Leiter der Tourist Information Bad Schönborn, Klaus Heinzmann. Er hatte vor sechs Jahren das Gesamtkonzept „Bad Schönborn 2025“ erarbeitet, um die Kurgemeinde „touristisch attraktiv zu machen“ und eindeutig als Gesundheitsgemeinde zu positionieren, erklärt er. Die Umgestaltung der Grünanlage, die bis dato ein Dasein als „schmuckloser Durchgangspark“ fristete, war das Kernstück des Konzeptes, das wiederum als Voraussetzung für eine Förderung nach dem Tourismusinfrastruktuprogramm galt. 970 000 Euro beträgt der Zuschuss, den das Land für die Maßnahme gewährte, für die in Summe 2,5 Millionen Euro aufgewendet werden.

Vier Jahre dauerte die Überarbeitung des insgesamt 4,5 Hektar großen Geländes zwischen Kraichgau- und Waldparkstraße. Nun also steht mit dem dritten Bauabschnitt der Sole-Aktiv-Park vor der Vollendung. Aufgrund einer erforderlich gewordenen Kanalsanierung wanderten die Sinnesgärten an die südliche Flanke des Parks. Dabei habe man mit entsprechenden „Anpassungen an den Bestand“ reagieren können, erklärt Julia Samaan, die als Landschaftsarchitektin des Büros „faktorgrün“, für die Fachplanung zuständig zeichnete. Zusammen mit dem Bauamt der Gemeinde, der Tourist Information und der ausführenden Firma „bau + grün“ wurde das Vorhaben realisiert. „Wir haben selten so ein schönes Projekt gemacht“, schwärmt Bauleiter Martin Sauter von „bau + grün“. Alle Beteiligten seien „mit Herzblut“ dabei gewesen, lobt Klaus Heinzmann die Kooperation, die vor allem durch regelmäßigen Austausch geprägt gewesen sei. Alle hätten ihre Erfahrungen und ihr Wissen eingebracht, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

So wurde der Kursee von jahrzehntealtem Schlamm befreit, natürliche Filter sorgen nun für klares Wasser, beleuchtete Fontänen für Abwechslung. Eindeutige Sichtachsen wurden geschaffen, um den Park in seiner Gesamtheit wahrnehmbar zu machen. Der Baumbestand wird einen Philosophenweg säumen, Farb-, Klang- und Duftgärten entstehen gerade. Die „Naschecke“, wie Julia Samaan den Geschmacksgarten tituliert, sei bereits gepflanzt, die Kräuterhochbeete werden thematisch beispielsweise als „Teekanne" oder „Blütenschmaus“ angeordnet. Hier fließt auch das Wissen der Ernährungsexpertin Ute Müller vom Thermarium mit ein. Während die Stauden witterungsbedingt erst im Herbst gepflanzt werden, wächst in den Beeten bereits Phacelia, auch Bienenfreund genannt, als Zwischenbegrünung und Gründüngung. Der Sole Aktiv Park biete nun für alle Altersgruppen und für die unterschiedlichsten Interessen, von Bewegung bis Ruhe, ansprechende Zonen, so Bürgermeister Klaus Detlev Huge. Bei den Kosten für den dritten Bauabschnitt von rund 1,3 Millionen Euro prognostiziert die Architektin eine „Punktlandung“.

Auch der Ablauf sei reibungslos vonstattengegangen. Zumindest fast. Für Behinderung hat die Nutria-Population gesorgt, die nicht nur Baumaterial verschleppt, sondern inzwischen auch die Uferböschung unterhöhlt hat. Deshalb bittet die Gemeindeverwaltung eindringlich darum, die Biberratten nicht zu füttern. Denn das führe nicht nur zu überbordender Vermehrung, sondern auch zur extremen Verunreinigung des Seewassers und der Ufer.

BNN