Gemeindenachricht

Bürgermeister Blog


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein ganzes Land „herunter fahren“, so wie wir es erstmals in der Geschichte im März erlebt haben, war eigentlich ganz einfach.
Es war auch wirksam, denn Sie alle haben die plötzlichen Einschränkungen akzeptiert. Im Ergebnis ist die Corona-Pandemie im Moment erfolgreich ausgebremst. Besonders „kluge Köpfe“ meinen jetzt, weil es nicht so schlimm kam wie in Italien, Frankreich oder Spanien, dann waren ja wohl die Einschränkungen gar nicht nötig. So nach dem Motto: Letzte Woche hat es nicht gebrannt, also schaffen wir die Feuerwehr ab.
Das ist ziemlicher Unsinn: Wir sind so relativ gut durch die erste Welle der Corona-Pandemie gekommen, weil die Politik richtig entschieden und richtig gehandelt hat! Viele Menschenleben wurden gerettet, viele schwere Erkrankungen vermieden!

Die Phase jetzt, das „Wiederhochfahren“ des Landes unter den Bedingungen der Pandemie, ist ungleich schwieriger, als das Abschalten. Es gibt Ungerechtigkeiten, Ungleichzeitigkeiten und natürlich Ungeduld. Warum dürfen nur 9. und 10. Klässler in die Schule? Warum machen die Grundschulen nur ein bisschen auf – und nicht für alle Kinder? Warum kann mein Kind ab 18. Mai nicht in die Kita, aber das Nachbarkind darf vielleicht? Warum wird das strenge Besuchsverbot in den Seniorenheimen nur so vorsichtig gelockert?

Es kann keinen Masterplan für dieses Wiederhochfahren geben, denn wir stehen gemeinsam vor einer noch nie dagewesenen Situation. Bund und Land mit ihren Regelungen versuchen das Leben mit dem Virus zu organisieren. Das Wiederhochfahren ist keines in eine Welt wie vor Corona, sondern in eine Welt mit klaren Abstandsregeln, mit Hygienevorschriften und mit Maske.
Die Abstandsregeln führen auch dazu, dass das Land uns die Vorgabe setzt, dass das die Kindergärten maximal zur Hälfte belegt werden dürfen. Wir haben uns mit den Leiterinnen verständigt, dass in der ersten Phase der Kita-Öffnung neben der Not-Betreuung für Kinder von Eltern in „systemrelevanten Berufen“ die jeweils ältesten Jahrgänge (Krippe, Kita) aufgenommen werden. Die Kindergartenleiterinnen stehen dazu in engem Kontakt mit den Eltern. Diese Betreuung für Kinder, die im Herbst in die Schule, bzw. von der Krippe in den Kindergarten wechseln, halte ich für pädagogisch sinnvoll, damit Gruppenprozesse wieder eingeübt werden können. Wie wir nach Pfingsten verfahren, hängt genauso von der Infektionslage ab, wie von den jeweils geltenden Rechtsverordnungen. Aber: Wenn ich am Freitag, 15.5., dieses Vorwort verfasse, liegt die Rechtsverordnung für die Kitaöffnungen ab 18.5. noch nicht vor! Wir haben aber im Vorgriff, um für die Eltern in Bad Schönborn ein wenig Klarheit zu schaffen, mit den Leiterinnen die Verständigung auf eine einheitliche Linie gesucht.

Das Leben in einer Welt mit dem Corona-Virus wird noch über Monate eines mit Einschränkungen sein. Einschränkungen, die Leben schützen und schwere Erkrankungen vermeiden helfen.

Ich darf Sie alle weiterhin um Geduld bitten, um Vorsicht und um Rücksicht auf andere Menschen. Ich freue mich über alle, die in diesen Tagen mit Gemeinsinn für andere aktiv sind.

Danke sage ich allen, die aufmerksam für ihre Mitmenschen sind und nicht nur sich selbst und ihre Interessen in den Blick nehmen, sondern Mitdenken und Mitgestalten an einem guten Zusammenleben in unserer Ortsgemeinde.
 
Ich wünsche einen schönen Feiertag und ein schönes Wochenende

Ihr
Klaus Detlev Huge
Bürgermeister