Gemeindenachricht

Bürgermeister Blog


Liebe Bad Schönbornerinnen und Bad Schönborner, 

Gedenken an die Opfer des Holocaust und an Ludwig Marum, der in Kislau ermordet wurde, standen am Sonntag im Mittelpunkt. Dieses Erinnern an den nationalsozialistischen Terror und Völkermord ist in diesen Tagen bestürzend aktuell. Der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und der Anschlag auf die jüdische Synagoge in Halle mit zwei Toten zeigen erschreckend, dass rassistische Ausgrenzung und Mord aus nationaler Überheblichkeit in Deutschland wieder offen zu Tage treten.
Es ist gut, dass wir in Bad Schönborn in großer Einigkeit der politischen Parteien und Kirchengemeinden nicht nur an diesem Gedenktag gegen Rechtsextremismus und Ausgrenzung vorgehen. Bad Schönborn steht für gelingende Vielfalt bei Menschen aus über 80 Nationen, die hier ihre Heimat gefunden haben. Vielfalt Leben ist nicht immer leicht. Neugierig sein, einander kennen lernen in der Nachbarschaft hilft! Wir brauchen die Vielfalt der Menschen, wir brauchen ihre Arbeitskraft und auch die Bereicherung unserer Kultur. Die zentralen Merkmale unserer christlich-abendländischen Kultur, über die sich manche Sorgen machen, sind Toleranz und Mitmenschlichkeit. Diese Werte müssen wir auch allen Neubürgern vermitteln, denn Toleranz bedeutet keine Beliebigkeit. Aber das Gegenteil von Vielfalt ist zweifelsohne Einfalt. Für Einfältigkeit und für vereinfachende Antworten sollten wir in Bad Schönborn auch in Zukunft keinen Raum bieten.
Wie klein aber unsere Sorgen sind, hat sich auch am Sonntag gezeigt, bei dem Vortrag zum Auftakt der Aktion Zeichen setzen. „In Frieden zusammenleben“ ist die Überschrift im Jahr 2020. Karen Hinrichs vom Friedensinstitut der Ev. FH Freiburg berichtete von der Friedensarbeit in Nigeria, wo die islamistischen Extremisten von Boko Haram Christen wie Muslime verfolgen, foltern und ermorden. 2,4 Mio. Menschen sind vor dem Terror geflohen, 22.000 Menschen verschleppt. In so einem Land für Verständigung von Christen und Muslimen zu arbeiten, ist eine große Aufgabe! Schön, dass so viele Menschen am Sonntag diesen Blick über den Tellerrand unserer Probleme geworfen haben.
 
Von diesem Thema auf den Alltag überzuleiten, fällt schwer. Aber drei erfreuliche Meldungen aus dem Ort, verbreite ich gerne auch auf diesem Weg: Der Schulhof der Grundschule Langenbrücken ist mit neuen Geräten ausgestattet und einige Flächen sind gestalterisch aufgewertet. Nach der Sanierung des Hallenbades gab es hier die Aufgabe, neue Spiel- und Bewegungsangebote zu schaffen. Auch in Langenbrücken ist endlich die Baustelle vor der Sparkasse in Gang gekommen: Die neue Mitte mit Brunnenanlage und Sitzbänken wird 2020 doch endlich Wirklichkeit. Der nächste Schritt in der Ortskernsanierung Langenbrücken sollte die Aufwertung der kleinen Fußgängerzone in der Huttenstraße und die Umgestaltung der maroden Platzfläche bei Sonne/Post und Altem Rathaus sein. So schlagen wir es dem Gemeinderat vor.

Und ein Verkehrsthema aus Mingolsheim zum Abschluss: Der Landkreis hat unserem Antrag zugestimmt, die Rochusstraße/Waldparkstraße nicht mehr mit „Kurgebiet 40km/h“, sondern mit „Kurgebiet 30km/h“ auszuschildern. Nochmal ein kleiner Beitrag zum Lärmschutz und für etwas mehr Verkehrssicherheit.
 
Kommen Sie alle gut und sicher durch die Woche
Mit herzlichen Grüßen aus dem Rathaus
 
Ihr Klaus Detlev Huge
Bürgermeister