Gemeindenachricht

Bürgermeister Blog


Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger

Volkstrauertag begehen wir am Sonntag. Mit Gedenkstunden auf unseren Friedhöfen, mit dem Besuch des Kriegsopferfriedhofes in Niederbronn les Bains. Und es ist gute Tradition geworden, dass eine Delegation aus Frankreich mit uns der Opfer von Krieg und Gewalt gedenkt. Am Montag war ich bereits in Niederbronn zur Gedenkstunde zum Ende des 1. Weltkrieges. Mit meiner Kollegin Anne Guiller bin ich ganz einig, dass dies, 80 Jahre nach Beginn des 2. Weltkrieges ein wichtiges Signal der Völkerverständigung und für den Frieden und die Werte Europas ist.
Und da wir in unserem Land wieder Attentate auf jüdische Einrichtungen, Fremdenhass und Ausgrenzung erleben müssen, will ich diesmal in meinem Vorwort nur zwei Texte zum Krieg sprechen lassen. Als kleinen Anstoß für uns alle, Toleranz und Frieden in einem freien, demokratischen Land zu verteidigen.


Screenshot Der Krieg der Frauen

Hans-Peter Kraus ·

64 Jahre

Sie hatten jung geheiratet,
wie es damals üblich war.
Ihre Tochter wurde gerade zwei Jahre alt,
als er in den Krieg zog.
1914.
Er schrieb nur einen einzigen kurzen Brief.
Er war ein Mann des Werkzeugs,
nicht der Feder.
Es gehe ihm gut, schrieb er.
Sie solle sich keine Sorgen machen.
Weihnachten sei er wieder zu Haus.
Und ein Kuss für die Kleine.

Ein paar Tage später
kam die Nachricht:
Gefallen für …

Sie hat ihn um 64 Jahre überlebt.
Dass die Frau den Mann überlebt,
ist eigentlich der Normalfall.
Männer haben eine geringere Lebenserwartung,
oft sind sie bei der Heirat etwas älter als die Frau.
Aber 64 Jahre?
Allein?
Durch die ganze furchtbare Zeit?
Weltkrieg, Weimar, Nazis, Weltkrieg.
Keine Frau sollte 64 Jahre
ohne ihren Mann bleiben müssen.

Diese Verbrecher
 
 
Ihr
Klaus Detlev Huge
Bürgermeister