Gemeindenachricht

Bürgermeister Blog


Liebe Bad Schönbornerinnen, liebe Bad Schönborner,

Sonntagabend konnte ich mit meiner Frau in der Ohrenberghalle ein überzeugendes Jahreskonzert des Musikvereins Eintracht Mingolsheim miterleben. Schön, wenn unsere Vereine sich nicht nur musikalisch so gut entwickeln, sondern wenn man auch sieht, wie die Altersmischung stimmt. Toll, so viele junge Musikerinnen und Musiker auf der Bühne zu sehen! Das ist sicherlich auch ein großes Verdienst von Dr. Jutta Walther, die nach 15 Jahren als Vorständin in diesem Jahr das Amt in noch jüngere Hände abgeben konnte. Es war mir eine Ehre und Freude, ihr für insgesamt 23 Jahre in Verantwortung für den Musikverein, die Landesehrennadel überreichen zu dürfen.

Deutlich weniger harmonisch verlief mein Mittwochabend, die Infoveranstaltung zu den geplanten Windkrafträdern an der A 5. Der Projektierer, die Firma wircom aus Waghäusel, die die entsprechende Ausschreibung des Landes Baden-Württemberg gewonnen hat, wie der Vertreter des Landes Baden-Württemberg, Staatssekretär Dr. Baumann, hatten keinen leichten Stand. Buhrufe und Unruhe begleiteten deren Beiträge. Die Sprecherin der „Gegenwind Initiative“ hat in ihrem sachlichen Vortrag wichtige Fragen aufgeworfen. Einen Punkt, den es auch aus meiner Sicht zu prüfen gilt, ist, welche Standorte für neue Brunnen für unsere Wasserversorgung in dem Gebiet zukünftig noch möglich sind.

In der mehrstündigen Fragerunde mit den über 700 Besucherinnen und Besuchern wurden Sorgen und Bedenken vorgetragen. Viele technische Aspekte konnten geklärt werden (z.B. zur Fundamentierung oder zur Schadenssicherung der Getriebeeinheit im Wasserschutzgebiet). Wirtschaftliche Fragen blieben umstritten. Die Firma wircom stellte klar, dass sie keine Subventionen erhält, aber die zentrale Annahme der Firmenvertreter, dass in der geplanten Höhe der Windräder (Turm und Nabenhöhe 164m) ausreichend Wind weht, wurde mehrfach bezweifelt.

In meinem Schlusswort habe ich mich trotz der kritischen Stimmung im Saal angesichts der auch bei uns an vielen Stellen spürbaren negativen Auswirkungen des Klimawandels dafür ausgesprochen, auch in unserer Region mit diesen Windrädern einen Beitrag für erneuerbare Energie und gegen noch mehr CO²-Ausstoß zu leisten. Politikern wird oft vorgeworfen, dass sie nur kurzfristig und in Wahlterminen denken. Ich meine, dieses Projekt ist ein Beispiel, wo sich der Mut zu einer „Enkel freundlichen Politik“ zeigt, die vorausschauend handelt.
 
Vorrausschauend verabschiede ich mich für diese Woche von Ihnen und hoffe nach den Herbstferien mit ein paar Gramm Gallensteinen weniger weiter meinen Dienst für Sie alle leisten zu können.
 
Mit herzlichen Grüßen
 
Ihr

Klaus Detlev Huge
Bürgermeister