Gemeindenachricht

200 Jahre Friedhofsgeschichte zum Doppeljubiläum


Seit rund 10 000 Jahren werden Menschen auf „Friedhöfen“ bestattet. Seit genau 200 Jahren gibt es den Friedhof in Langenbrücken an der jetzigen Stelle zwischen Bad- und Östringer Straße. Doch nicht nur der 1819 eingeweihte Friedhof feiert Jubiläum – Langenbrücken selbst begeht in diesem Jahr das 750. Jubiläum seiner ersten urkundlichen Erwähnung. Anlässe genug, dass Dr. Rudolf Schmich eine interessante und ausführliche Führung über den Friedhof der Bädergemeinde anbot.

Dr. Rudolf Schmich (rechts) führte eine große Schar interessierter Besucher über den Langenbrücker Friedhof im Rahmen des zweiten historischen Vortrags zum Ortsjubiläum „750 Jahre erste urkundliche Erwähnung Langenbrückens“. (Foto: Otto Meid)
Dr. Rudolf Schmich (links) führte eine große Schar interessierter Besucher über den Langenbrücker Friedhof im Rahmen des zweiten historischen Vortrags zum Ortsjubiläum „750 Jahre erste urkundliche Erwähnung Langenbrückens“. (Foto: Otto Meid)

Bei der Einführung in der 1968 eingeweihten Friedhofshalle erklärte er die Entstehung des Friedhofes am (damaligen) Ortsrand und die des Vorgänger-„Kirchhofs“ unmittelbar an der Kirche St. Vitus im Ortskern.

Danach gingen die 50 aufmerksamen Teilnehmer einen Rundgang über den Friedhof mit interessanten Stationen an der Kreuzigungsgruppe, Gräbern, Ehrendenkmälern und Kreuzwegstationen. Von der Engelsfigur auf der Grabstätte der Familie Deutsch beginnend, erläuterte Dr. Schmich nicht nur die Lebensbiografien berühmter Langenbrücker sondern auch die Bedeutung ihrer Lebenswerke. Er regte an, den Friedhof samt den vierzehn 1906 geweihten Kreuzwegstationen, deren Kupferplatten nun in historischem Grün den Leidensweg Jesu darstellen, gut zu pflegen und zu erhalten.

Auch die Errungenschaften der Bürgermeister des 20. Jahrhunderts (Ziegelmeyer, Kuhn und Kramer) brachte er den Besuchern anerkennend näher und vermittelte auf anschauliche Weise Begebenheiten aus der Ortsgeschichte.
Viele Aspekte des Kurbetriebs (Grab von Bad-Gründer Franz Peter Sigel), der Technikgeschichte (Grab der Familie Rühle von Lilienstern, dessen Apotheke als zweite Tankstelle der Welt berühmt wurde) oder der Kirchengemeinde (Gräber verschiedener Pfarrer) wurden fassbar und verständlich.

Das Ehrenmal und der Ehrenfriedhof für die Opfer beider Weltkriege erklärte Dr. Schmich im Detail und verstand es, die Auswirkungen der Kriege für Langenbrücken anhand der Gräber zu deuten.Auch die 1772 erschaffene Kreuzigungsgruppe, die ursprünglich auf dem alten Friedhof stand, wurde gewürdigt, ebenso wie die beiden evangelischen Pfarrer, die Langenbrücken nach dem Krieg mitprägten.

Den Abschluss stellte das Denkmal der Heimatvertriebenen aus Parabutsch dar. Dies wurde vom 1969 beim großen Pfingsttreffen der Heimatsortsgemeinschaft eingeweiht.

Bürgermeister Stellvertreter Bernhard Steltz dankte Dr. Schmich für den hervorragenden, detaillierten und frei vorgetragenen Rundgang. Dank des ehrenamtlichen Engagements von Dr. Schmich war der ortshistorische Rundgang kostenlos und so konnten bei der Führung Spenden für die Sanierung der Brückenheiligen-Podeste gesammelt werden.

(ris)