Gemeindenachricht

Noch vor dem Aufstehen durch Langenbrücken


Zum 750. Ortsjubiläum steht der Bad Schönborner Ortsteil Langenbrücken in diesem Jahr mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm im Mittelpunkt. Eine schöne Gelegenheit, Ort und Menschen kennenzulernen, gab es am Sonntag 3. Februar bereits am frühen Morgen, denn die SWR4-Sendung „Morgenläuten“ wurde hier aufgezeichnet.

Um 8 h erklangen die vier Glocken der Pfarrkirche St. Vitus. Zuvor berichtete der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Erik Dammert mit viel Herzblut über die Dorfgemeinschaft, die in der 6000-Seelengemeinde noch sehr stark ausgeprägt ist. Der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft seien immer noch sehr groß, was sich auch bei der Vorbereitung der Festlichkeiten zeigt, bei denen die Ortsvereine mit viel Engagement dabei sind.

Ein Oldtimer vor dem Gebäude der ehemaligen die großherzoglichen Curapotheke in Bad Schönborn Langenbrücken

Der stellvertretende Bürgermeister, ehemalige Ortsvorsteher und Ur-Langenbrücker Experte Bernhardt Steltz lud anschließend zu einem Ortsrundgang ein, der am Bahnhof begann, wo auch die S-Bahn mit dem Namen Bad Schönborn verkehrt. Immer wieder hört man den Spitz- oder Utznamen Longebrigger „Hütl“ oder „Hitl“, hier scheiden sich die Geister. Unstrittig ist jedoch der Ursprung, der auf die Anfänge des Badeortes zurückgeht. Ankommende Kurgäste wurden von den Einheimischen im feinen Sonntagszwirn und eben auch mit Hut von der Bahnstation abgeholt. Das viele immer wieder von der Feldarbeit zu diesem Service eilten, waren sie auch auf dem Acker mit der schicken Kopfbedeckung anzutreffen und der Kosename war geboren.

Natürlich wurde auch die Großherzogliche Curapotheke besucht, denn hier befindet sich die zweite Tankstelle der Welt. Bertha Benz machte hier bei ihrer legendären Überlandfahrt Station. In der Konditorei Gross nebenan, gibt es eine Schokoladenspezialität, die nur hier erhältlich ist – den Langenbrücker Schiefer. Hauchdünn wird sie gegossen und kann dann knackig und zartschmelzend in vielen Variationen von Smarties, mit Nüssen, Blüten in Weiß, Vollmilch oder in Zartbitter genossen werden. Entweder man genießt sie selbst oder sie wird schön verpackt auch als typisches Mitbringsel sowohl von Einheimischen oder Kurgästen geschätzt. Matthias Groß hat das Patent für diese leckere Kreation, die ein Verkaufsschlager ist.

Brigitte Müller, ebenfalls ein Urgestein des Ortes, entführte die Moderatorin Irene Merkel gedanklich anschließend auf die wunderschönen Wanderwege, die sie jede Woche mit ihrer Walkinggruppe begeht. Als begeisterte Kneipp-Anhängerin erklärte sie den Hörern, was den Gesundheitsstandort Langenbrücken ausmacht. In der Eltern-Kind-Klinik Mikina gibt es seit einiger Zeit gern gesehene Co-Therapeuten, die die Klinikchefin Dagmar Köditz vorstellte. Lamas und Alpakas sind hier bei der tiergestützten Therapie im Einsatz und werden – obwohl es keine Streicheltiere sind – sehr geliebt.

Um Therapie ging es auch beim Besuch in der Sigelklinik, wo die Klinikchefin Simone Hirth-Sigel, als Spross der 6. Generation der für die Geschichte Langenbrückens so wichtigen Familie, die Rehabilitationseinrichtung vorstellte. Das Sprudelbad blubberte dabei im Hintergrund. 

Auch das Musikprogramm war an diesem Morgen sehr unterhaltsam, um für jeden Geschmack mit Adele und ABBA etwas zu bieten. Den Abschluß dieser interessanten Stunde gab es im Heimatmuseum der Ortsgemeinschaft der Parabutscher (HOG). Ebenfalls mit viel Herzblut erklärten Apollonia Rahn und Rheinhilde Link die liebevoll gestaltete Ausstellung in den kürzlich renovierten Räumen. Otto Meid griff sogar zum Akkordeon. Museumsführer Hans Drach, der ebenfalls Gastgeber war, vermeldete überglücklich hohe Besucherzahlen am Nachmittag im Museum.

Anscheinen fühlten sich so viele Menschen aufgrund dieser auf allen SWR4 Sendern ausgestrahlten Sendung, so angesprochen, dass sie sich noch am gleichen Tag auf den Weg nach Langenbrücken machten. Am Nachmittag konnte er 35 Gäste begrüssen, die auch aus dem Rhein-Neckar-Kreis und der Pfalz kamen.

Wer Langenbrücken nicht nur virtuell, sondern auch zu Fuß erkunden möchte, kann dies auch im Jubiläumsjahr auf geführten Ortsrundgängen tun. Aber auch alleine kann man sich anhand der Tafeln informieren, die die Sehenswürdigkeiten und Ortsgeschichte erklären. Die Sendung machte unbedingt Lust, Ort und Menschen kennenzulernen.  
 
Text und Foto mit freundlicher Genehmigung von Claudia Maciejewski