Gemeindenachricht

Bürgermeister Blog


Liebe Bad Schönbornerinnen,
liebe Bad Schönborner,

gerade weil „der Politik“ oft vorgeworfen wird, dass sie nicht erklärt, was sie tut, spreche ich hier gerne ab und zu an, was Kommunalpolitik aus meiner Sicht tun sollte und wie wir hier in der Gemeinde agieren.
Es sind meines Erachtens drei große Arbeitsfelder:
Erstens sollte Kommunalpolitik einen Beitrag leisten für das gute Zusammenleben: Also die ganzen Themenfelder von Vereinsarbeit über Spielplätze, Kinderbetreuung, Schulsozialarbeit, Familienzentrum bis Seniorenpolitik und Integration. Auch die Bücherei, die VHS, unsere Musikschule: Alles dies leistet einen Beitrag, damit Gemeinschaft funktioniert. Und wir haben in Bad Schönborn das große Glück, dass sich sehr viele Menschen in den Vereinen und für das gute Miteinander einsetzen. Das beweist das große Engagement der Vereine beim „Longebrigga Mark“ am vergangenen Wochenende. Allen die geholfen haben, dass das reibungslos ablief und den vielen Besuchern der Veranstaltung ein herzliches Dankeschön.                                                                                                                                                          
Einmal mehr wird damit unterstrichen, dass Bad Schönborn trotz des seit Jahrzehnten konstant hohen Zuzugs neuer Mitbürgerinnen und Mitbürger kein anonymer Vorort oder keine „Schlafstadt“ geworden ist, sondern wir eine Gemeinde mit großer Vielfalt der Menschen und des Engagements sind: Im Sport, im Sozialen, in der Kultur. Das macht die besondere Qualität Bad Schönborns aus und trägt auch zu unserer Attraktivität bei, die sich in der hohen Nachfrage nach Häusern und Wohnungen ausdrückt – die dann wieder Zuzug bedeutet. Die Verwaltung hat, so verstehe ich es, den Auftrag, es denen, die sich engagieren, leichter zu machen, zu unterstützen und zu fördern. Praktisch geschah das letztes Jahr mit der stark erhöhten Förderung der Jugendarbeit in den Vereinen und das passiert aktuell zum Beispiel in der Zusammenarbeit mit dem SBS, der den Weihnachtsmarkt Mingolsheim beleben will, oder in der Vorbereitung neuer Modelle zugunsten von FeuerwehrkameradInnen im Einsatz.
Zweite großes Arbeitsfeld ist die bauliche Infrastruktur, sind Straßen, Wege, Plätze, Hallen, Schulen, Kindergärten, sind Wasser, Abwasser,  – und jetzt auch Glasfaser als kommunales Angebot oder natürlich unser Kurpark oder das Wegenetz in Wald und Feld. Der Bereich ist teuer und zugleich schieben wir einen Investitionsstau vor uns her, weil die Kommunalfinanzen vor zehn Jahren massiv eingebrochen waren. Diesen Sanierungsstau merken Sie an vielen Stellen und wir können ihn nur Schritt für Schritt abarbeiten: Donauschwabenstraße, Huttenstraße, Bahnhofsstraße und Richard-Wagner-Straße waren Großbaustellen, die abgeschlossen sind. Los geht es jetzt im Schlossweg und mit der Hallenbadsanierung in Langenbrücken – leider erst im Frühjahr mit der Ortskernsanierung Langenbrücken. Dieses wichtige Thema zeigt die Überschneidung vom Bereich „gutes Zusammenleben“ zur „guten Infrastruktur“: So wie Spielplatz, Balanceparkur, Grünanlagen und Biergarten im Kurpark Mingolsheim eine Infrastruktur darstellt, die gute Begegnung ermöglicht, soll das auch die neue Mitte für Langenbrücken werden: Ein schöner Ort der Begegnung.
Gute Infrastruktur zeigt sich aber nicht nur in Großprojekten: Ich bin froh, dass wir modernisierte Schultoiletten haben oder Wickeltische in beiden Rathäusern. Ein Thema, das uns leider mehr als Problem, als als Lösung umtreibt, ist die Barrierefreiheit, sind schmale, holprige Gehwege, zu hohe Bordsteine und ähnliches. Sie stellen für Rollatoren, Kinderwagen und Rollstühle in unserer Gemeinde ein Hindernis dar. Auch dieses wichtige Feld werden wir nur Schritt für Schritt abarbeiten können, im Bewusstsein, dass diese scheinbaren Kleinigkeiten für junge Familien wie für Ältere eine wirkliche Hürde darstellen.

Und das dritte große Themenfeld der Kommune hat für mich die Überschrift „Wirtschaft“. Zum einen in dem Auftrag, dass wir in der Verwaltung mit Ihren Steuergeldern ebenso wirtschaftlich wie dienstleistungsorientiert umgehen. Und zum anderen in dem Auftrag, die wirtschaftliche Basis Bad Schönborns zu halten und zu stärken. Gerade bei der Gewerbesteuer haben wir großen Nachholbedarf, weil es über Jahre versäumt wurde, neue Möglichkeiten für Gewerbebetriebe anzubieten. Das ist jetzt anders und mit der Gewerbeflächenerweiterung „Im Sand“ wird sicherlich nicht auf Sand gebaut. Aber auch der Kurpark ist eine Investition in die Wirtschaftskraft Bad Schönborns: Unser Profil als Kurort drückt sich auch darin aus, dass ein Drittel aller Arbeitsplätze im Sektor „Kur“ angesiedelt sind. Wenn mehr Gäste kommen, wenn Gäste länger bleiben, dann stützt das die Kliniken, Hotels und Pensionen und alle Gesundheitsanbieter. Wenn es dieser Branche gut geht, wird Gastronomie genauso befördert wie das örtliche Handwerk.
Ich freue mich, dass ich in unserer in Vielem schon gut aufgestellten Gemeinde einen Beitrag leisten kann, damit wir unsere Stärken weiter stärken und Schwachstellen abbauen und ich freue mich auf Ihre guten Ideen und ihr Mitgestalten, damit wir Bad Schönborn auch für alle Herausforderungen der Zukunft in all dem Wandel rings umher gut aufstellen.
Genießen Sie die Brückentagswoche in Bad Schönborn
 
Ihr
 
Klaus Detlev Huge
Bürgermeister