Gemeindenachricht

Bürgermeister Blog


Liebe Bad Schönbornerinnen,
liebe Bad Schönborner,

das ist doch wirklich beeindruckend: Trotz des Sauwetters am letzten Samstagmorgen haben über 80 Mitbürgerinnen und Mitbürger bei der Ortsputzete mitgemacht! Herzlichen Dank und größten Respekt allen Jungen und Mädchen, Älteren und Jüngeren, die sich im kalten Regen dieser Aufgabe gestellt haben. Eine Aufgabe, die es nur deshalb überhaupt gibt, weil andere Menschen achtlos und verantwortungslos kleinen und großen Abfall an Straßenränder und auf Wiesen und Felder werfen.

In unserer so vielfältigen und engagierten Gemeinde gibt es neben diesem Einsatz für ein schöneres Ortsbild auch ein großes Interesse an Kultur: In den vielen Chören und Musikvereinen durch „Selber machen“, als Besucher bei Veranstaltungen vom Kulturkreis (dem sich nun auch bildende Künstler angeschlossen haben) – und jetzt auch bei Veranstaltungen der Gemeindebücherei: Es freut mich sehr, dass wir die Bücherei an ihrem neuen Standort im ehemaligen Kraichgauhallen-Restaurant als Literaturort für Alt und Jung profilieren können. Der Vorlese-Abend mit Lesetipps hat mindestens mir schon mal viel Freude gemacht – und ich glaube das Publikum war von der Veranstaltungsform und Atmosphäre im ehemaligen Gastraum sehr angetan. Mir ist es ein Anliegen, das Kulturgut „Lesen“ in einer immer digitaleren Welt zu stärken und dieses Zusammenspiel von Bücherei und Familienzentrum an diesem Standort füllt diese Idee mit Leben.

Handfeste Arbeit mit geringem kulturellen Beiklang gibt es dagegen im Gemeinderat: Der Haushaltplan für 2017 steht diese Woche zur Abstimmung. Ich gehe von einer breiten Mehrheit aus, denn wir konnten durch die Weitsicht und Vorsicht, mit der Herr Sturm seit Jahren Ihre Steuergelder verwaltet, so ein „ad hoc Projekt“ wie die Sanierung der Kleinschwimmhalle, das ca. 2.5 Mio. kosten wird, in den Etat einbauen und solide finanzieren. Ich bin nicht mit allen Einsparvorschlägen der Fraktionen einverstanden, die über unsere Verwaltungsvorschläge hinaus eine Mehrheit gefunden haben: Um den Radwegausbau zwischen Langenbrücken und Kislau ist es ebenso schade, wie um ein Streuobstwiesenprojekt mit der Uni Heidelberg. Denn wie auch der Vergleich mit den anderen Landkreis Gemeinden zeigt: Wir stehen durch unser solides Wirtschaften trotz unserer Schwäche bei der Gewerbesteuer finanziell relativ gut da – und hätten diese beiden Vorhaben auch schultern können.

Erfreulich ist es, dass wir mehrere Projekte vorbereiten können, die die Schwäche Bad Schönborns bei der Gewerbesteuer mittel- und langfristig beheben helfen. Der Aufstellungsbeschluss für das Gewerbegebiet Im Sand zählt zu dem ersten Schritt auf diesem Weg.
Und um die Brücke zum Lesen zu schlagen: Der Haushaltsplan der Gemeinde wird nach der Beschlussfassung öffentlich ausliegen: Wer Interesse hat, kann sich gerne in dieses Werk vertiefen. Es ist letztmals in der Form des kameralen Haushaltswesens aufgebaut: 2018 sieht er ganz anders aus, wenn wir – gesetzlich vorgegeben – auf das doppische System (neues kommunales Haushalts- und Rechnungswesen - NKHR) umstellen. Dann gilt es, die Abschreibungen für kommunales Vermögen wie Straßen, Wege, Schulen und Hallen zu erwirtschaften. Die Haushaltslage wird durch die neue Form im Jahr 2018 erstmal schlechter aussehen, als sie wirklich ist.

Ich wünsche viel Freude bei der Lektüre des Haushaltsplanes – oder anderer Bücher, die Ihnen in diesen Tagen in die Hände kommen
 
Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Klaus Detlev Huge
Bürgermeister