Gemeindenachricht

Tropf- und Sturzbäder mit Heilwirkung


Festabend zu 250 Jahre Kurtradition in Bad Schönborn
 
Markgräfin Amalie von Baden war „sehr entzückt“. Von ihrem Volk, ihrem Schultheiß, überhaupt von Langenbrücken und dem entzückenden Abend. Ein Abend, der sie, verkörpert von Bettina Hahne-Waldscheck, aus der Vergangenheit heraufbeschwor. Sich ihres Adelsstandes, ihrer zahlreichen Titel, unter anderem als „Schwiegermutter Europas“, wohl bewusst, ließ sie sich herab, vor dem „Volk“ im historischen Kursaal Sigel mit Thomas Liebscher zu parlieren und sich sehr wohlwollend über „ihr“ Kurbad Langenbrücken zu äußern, dessen Wasser ein wahrer Jungbrunnen sei. Diese Zeitreise führte die zahlreichen Gäste zurück in die Anfänge der Kurtradition der heutigen Bädergemeinde Bad Schönborn vor 250 Jahren. Die Entwicklung von damals bis heute, war Anlass für diesen historischen Bäderabend, für dessen Festprogramm Klaus Heinzmann, Leiter der Tourist-Information, verantwortlich zeichnete. Launig moderiert von Mundartautor und BNN-Redakteur Thomas Liebscher erlebten die Zuschauer einen unterhaltsamen Festabend, musikalisch begleitet von Alexander Burghardt am Flügel sowie Gesang von Katja Neubehler, Adela Decker und Stefan Degen vom Opern-Studio Marty Beck an der MuKs. Aus dem Kur-Nähkästchen plauderte gekonnt Realschul-Konrektor Manuel Schwarz als Pfälzer Kurgast. „Schultheiß“ Klaus Detlev Huge fasste den Werdegang von Bad Schönborn unter die Überschrift „Gesundheitsgemeinde“ und das Angebot von Prävention und Heilung unter „Luft holen in einer wunderbaren Landschaft“. Klaus Heinzmann blickte zum einen zurück auf den Beginn durch Fürstbischof von Hutten, der 1766 in Langenbrücken das Heilbaden und Kurtrinken mit Schwefelwasser ermöglichte, auf Franz Peter Sigel, der 1824 das gesamte Areal übernahm, nach der Markgräfin „Amalienbad“ nannte und „zu großer Blüte“ führte. 1905 wurde auch in Mingolsheim eine Schwefelquelle erschlossen, woraus das Rochusbad wurde. Talkrunden mit Ralf Ullrich, stellvertretender Geschäftsführer der Sankt Rochus Kliniken, Peter Haas-Sigel, Chefarzt a.D. der Sigel-Klinik, Markus Hoppe, Geschäftsführer des Thermariums, Bürgermeister Huge und Rolf Rubsamen vom Heilbäderverband Baden-Württemberg spannten den Bogen von früher als es noch „Dusch-, Tropf-, Schauer- und Sturzbäder“ gab, wie Haas-Sigel berichtete und das Schwefelwasser in Tonkrügen versendet wurde, bis zum heutigen, modernen Kur-, Wellness- und Rehastandort. Das Thema „Sole aktiv“, das auch Leitmotiv für die Kurparksanierung in Mingolsheim ist, sei ein einzigartiger Vorteil, der als Stärke herausgestellt werde, um wettbewerbsfähig zu sein, lobte Rolf Rubsamen. Bevor Markgräfin Amalie ihr Volk zum Umtrunk bat, appellierte Klaus Heinzmann, neben dem Sole Aktiv Park-Projekt im Bemühen nicht nachzulassen, die beiden Kurzentren Langenbrücken und Mingolsheim zu verbinden und „für den Gast, Besucher und Bürger letztlich als ein Zentrum, ein Heilbad wahrnehmen zu lassen.“
Mit freundlicher Genehmigung der BNN. Bad Schönborn (psp)