Gemeindenachricht

Bürgermeister Blog


Liebe Bad Schönbornerinnen, liebe Bad Schönborner,

entschuldigen Sie bitte, dass das Vorwort letzte Woche ausfiel, mich hat ein Infekt erwischt, der mich einige Tage ausser Gefecht gesetzt hat - zum Glück nicht der sehr hartnäckige Grippevirus, der auch in unserer Region umgeht.
Bevor ich meine Interpretation von Generationengerechter Politik fortführe, die ich angefangen hatte, möchte ich aber unserer Feuerwehr ein riesengroßes Dankeschön und großen Respekt vor ihrer Leistung aussprechen. Am Montag vormittag erst der Verkehrsunfall auf der B 3 mit der Bergung einer Person im völlig verzogenen PKW und dann am Dienstag das Alarmstichwort Chlorgas in den Sankt Rochus Kiniken. Im Schwimmbad haben Handwerker Chemikalien falsch gemischt und das Chlorgas hat sich dort rasch ausgebreitet. Aber die Sicherheitsabläufe in der Klinik, bei unserer Wehr und im ganzen Landkreis haben hervorragend funktiert. Die Ärzte der Klinik haben die Versorgung der Menschen übernommen, die das Gas eingeatmet haben - zum Glück gab es aber nur leichte Fälle. Die Klimaanlage wurde abgeschaltet, ein Teilbereich geräumt, aber eine Evakuierung war nicht erforderlich. Das DRK und viele Spezialgruppen der Feuerwehren aus der Region waren rasch vor Ort und haben gut Hand in Hand gearbeitet, bis das Gas durch Absaugen und mit Ventilatoren aus dem Bad beseitigt werden konnte: Unsere ehrenamtlichen Feuerwehrleute war letztlich fast zehn Stunden im Einsatz vor Ort. Und das große Aufräumen und wieder Auffüllen der Sauerstoffflaschen für die Atemschutzgeräteträger bedeutet sicherlich noch viele Stunden der Nacharbeit!
Ich bin sehr froh, dass wir im Gemeinderat ganz frisch unsere Feuerwehrsatzung so geändert haben, dass es wenigstens ein kleines Einsatzgeld für die Feuerwehrkameradinnen und Kameraden gibt, die eine so hervorragende Arbeit leisten. Mein Dank geht aber auch an alle Helfer aus dem Landkreis, die uns so professionell unterstützt haben. Bad Schönborn und die Sankt Rochus Kliniken hatten bei diesem Unfall noch einmal viel Glück.
 
Im letzten Vorwort hatte ich einen Blick auf die Generation 40+ geworfen, die für das Gemeindeleben sehr wichtig ist. Die sehr erfolgreiche Arbeit unseres Flüchtlingshilfevereins mit einer relativ plötzlich anfallenden und sehr konkreten Aufgabenstellung ´fremden Menschen in einer besonderen Notlage` zu helfen, ist so ein Beispiel, wie diese Generation ihre Talente für das Gemeinwohl einbringt.

Potentiell noch mehr Zeit, um sich für ein gutes Zusammenleben einzubringen, hat die Generation 60+. Mehr Zeit, noch mehr Lebenserfahrung, aber oft auch durch Enkelkinder auf der einen Seite und durch Reisen auf der anderen Seite nicht mehr  - so wie früher vielleicht - verlässlich und dauerhaft in die Arbeit der Vereine einzubinden. Auch für diese Gruppe halte ich unsere beiden Familienzentren mit ihren Projekt bezogenen Angeboten für einen guten Ansatz. Ein Ansatz, der Geselligkeit schafft und zugleich Talente nutzt. Und diese große - und im Blick auf den demografischen Wandel am stärksten wachsenden Gruppe 60+ möchten wir noch intensiver ansprechen und einzubinden versuchen für ein gutes Zusammenleben in unserer Gemeinde: Bad Schönborn hat ja gemeinsam mit dem Landkreis Fördergeld erhalten, um gute Nachbarschaften zu stärken und Vereinsamung entgegenzuwirken. Aus meiner Sicht könnten gerade diese "jungen Alten" unsere Partner in diesem Projekt sein, das den Alltag der "älteren Alten" erleichtern soll.

Denn natürlich muss sich generationengerechte Politik im besonderen den Menschen 80+ widmen. Der Generation, die mit großem Fleiß und viel Entbehrungen den Wohlstand geschaffen hat, in dem wir heute leben. Mit ist es ein Anliegen, dass wir gerade diese Menschen erreichen, dass wir sie einbinden in ein soziales Netz -besonders dann wenn die familären Bande nicht greifen. Die Altenwerke, die Vereine: viele bieten schon Angebote für ältere Menschen: Was es alles  bereits gibt, muss kommuniziert werden. Aber genauso müssen wir beständig daran arbeiten, dass Rollatoren auf unseren Wegen gut durchkommen, müssen Bordsteinkanten absenken, müssen mit den Gaststätten das Gespräch suchen, damit Speisekarten auch für alte Augen gut lesbare Schrifttypen haben, und und und.
 
Ich freue mich auf diese Arbeit mit Ihnen für ein lebenswertes Bad Schönborn und danke allen, die sich heute schon für ein gutes Gemeindeleben engagieren.

Bleiben Sie Gesund, mit freundlichen Grüßen

Ihr

Klaus Detlev Huge
Bürgermeister