Bürgermeister Blog

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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das politische Gemeindeleben der Kur- und Bädergemeinde Bad Schönborn ist mit hoher Dynamik aus der abwartenden Zeit der Corona-Beschränkungen zurückgekehrt. Im Mittelpunkt steht natürlich der Haushaltsplan, über den kommende Woche endlich abschließend zu entscheiden ist. Ich hatte hier schon über die heute absehbaren Mindereinnahmen im Volumen von ca. 2,5 Mio Euro berichtet, die von „eben auf jetzt“ als Folge der Coronakrise in diesem Jahr aufzufangen sind. Erst die Steuerschätzung im September wird einen Ausblick ermöglichen, wie schwierig es 2021 und für die Folgejahre wird.
Neben den Mindereinnahmen steht es als besondere Herausforderung an, Verantwortung für das Herzstück des Kurortes Bad Schönborn zu übernehmen. Die Gemeinde ist der mit Abstand größte Anteilseigner des Thermariums. Sie hat über mehr als vier Jahrzehnte von deren guter Entwicklung durch alle Gesundheitsreformen hinweg profitiert. Das Thermarium hat auch das Betriebsjahr 2019 wieder viel besser abgeschlossen, als erwartet, aber das Minus, das jetzt durch Corona entstand, kann der Betrieb aus eigener Kraft nicht ausgleichen.

Für mich gilt es den Kur- und Bäderstandort zu sichern. Es hängen nicht nur der Titel „Bad“ und direkt und indirekt viele 100 Arbeitsplätze am Tourismus in Bad Schönborn, es gilt eine jährliche Wertschöpfung von über 6 Millionen Euro durch die ca. 300.000 Besucherinnen und Besucher im Ort zu erhalten. Und noch stehen wir alleine da, um das Thermarium „über Wasser“ zu halten: Während das „Bäderland“ Baden-Württemberg „seine“ Staatsbäder stützt, steht noch kein Rettungsschirm für die 30 von den Gemeinden getragenen Thermen bereit! Das ist eine Ungleichbehandlung, die ich in Briefen an unsere Abgeordneten bei Land und Bund deutlich kritisiert habe.

So haben Gemeinderat und Verwaltung angesichts der Aufgabe, das Thermarium zu stützen auch zu schauen, wie der Haushalt mittelfristig entlastet werden kann.
Wir müssen nicht nur den Gürtel enger schnallen, wir müssen in manchen Punkten ganz andere Kleider anziehen. Wir müssen klare Prioritäten setzen und das mit Weitsicht in den letzten Jahren erarbeitete Finanzpolster behutsam ausschöpfen. Kindergartenneubau und Schulanbau sind zwei der Projekte, für die ich Bad Schönborn als familienfreundliche Gemeinde in der Pflicht sehe.
Einige Einschnitte sind aber auch schon besiegelt. Die Jubiläumsfeier „50 Jahre Bad Schönborn“ 2021 wird nur als „Schmalspur-Variante“, ohne zentrales Festwochenende mit Großzelt und Bühne stattfinden. Derzeit laufen die „Umplanungen“.

Die familienfreundliche Gemeinde sehe ich auch in der Pflicht, unseren Badesee in den Sommerwochen zu öffnen. Ich hatte es hier schon angekündigt, dass wir in diesem Jahr eine „offene Badestelle“ ohne Badeaufsicht betreiben. Am 1.7. öffnen wir die Tore der Freizeitanlage – ohne Eintritt zu erheben! Um wenigstens einen Teil unserer Kosten für Reinigung und Sicherheitspersonal zu decken, wird aber eine Parkplatzgebühr erhoben.

Ein weiterer Lichtblick ist die Freiluft-Ausstellung großformatiger Bilder, die der Kunst und Kulturverein entlang der Schönbornallee aufgebaut: Die Allee wird damit zur offenen Kulturmeile, denn am Wegesrand wachsen die Reihen schön gestalteter Steine aus beiden Ortsteilen aufeinander zu und oben am TuS-Zaun flattern die Bänder mit den Ideen und Wünschen unserer Kinder zur Coronazeit. Schauen Sie vorbei und freuen Sie sich an so viel Kultur im Ort. Herzlichen Dank allen, die sich dort einbringen. Viel Erfolg auch dem Musikverein mit dem ersten Bad Schönborner „Autokonzert“ am 4.7.

Alle Radfahrerinnen und Radfahrer erinnere ich noch mal an die Aktion Stadtradeln ab 28.6.: Mitmachen, Eintragen, Kilometer sammeln!
 
Herzliche Grüße aus dem Rathaus

Ihr
Klaus Detlev Huge
Bürgermeister