Bürgermeister Blog

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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit der pessimistischen Perspektive zur Finanzlage der Gemeinde habe ich Sie im letzten Vorwort hoffentlich nicht zu sehr erschreckt. Ich denke, wir können froh sein, wie viele wichtige Großprojekte in den letzten Jahren möglich waren:
Besonders die Erneuerung und Wiederbelebung des Kurparks Mingolsheim und die Ortskernsanierung in Langenbrücken sind Meilensteine, die die  Lebensqualität für Sie über Jahre hinaus deutlich erhöhen. Beide Maßnahmen gehen dem Ende zu (in Langenbrücken soll es weitergehen!), aber in diesen Zeiten werden wir keine großen Eröffnungsfeste feiern können.
Neben diesen beiden Großprojekten haben wir die finanziell guten Zeiten auch genutzt, um viel in die Unterhaltung unserer Gebäude zu investieren:
Realschulsanierung oder Fensterfront Kraichgauhalle sind Beispiele dafür, dass wir nicht nur die Gebäude „aufgehübscht“, sondern auch die Energiekosten abgesenkt haben. Beispiele also, die es leichter machen, dass wir wissen, dass jetzt viele wünschenswerte Projekte gestreckt und aufgeschoben werden müssen. Anders als viele andere Gemeinden gehen wir mit einer nennenswerten finanziellen Rücklage in die Finanzkrise – wobei diese Rücklage rasend schnell zusammenschmilzt. Gerade kam noch eine Hiobsbotschaft über den  Gewerbesteuereinbruch auf meinen Tisch.
Es wird nicht zu vermeiden sein, dass wir Kredite aufnehmen und die Verschuldung steigt. Bei der (noch) aktuellen Zinslage ist dies aber sicherlich kein ganz falscher Weg. Vorsicht und Augenmaß und gut abgewogene Entscheidungen, wo weiterhin investiert wird – auch damit die Bauwirtschaft nicht zusammenbricht – werden den Haushaltsplanentwurf bestimmen, den wir gerade neu erarbeiten.
Wie schwierig bei uns - wie weltweit die Lage ist, zeigt sich im Kleinen an dem Hin und Her der Landespolitik bei den Öffnungen der Kindergärten und Schulen. Eltern und Kinder bei uns werden zu Recht ungeduldig. Ungeduldig sind auch alle Schwimmer und Sonnenanbeter, sie wollen wissen, wann und wie es mit der Öffnung des Badesees weitergeht. Meine Antwort: Es gibt keine klare Linie vom Land, Pressemeldungen ersetzen keine Rechtsverordnungen. Wenn es Rechtsverordnungen gibt, werden wir die kaum sofort umsetzen können (Zugangskontrollsysteme am Badesee???, Handtuch-Abstandskontrollpolizei ???) Ich kann und will nicht in Aussicht stellen, dass wir im Juni zu einer Öffnung kämen.
Wieder geöffnet dagegen, mit definierten Auflagen für die Vereine, sind ab 15.6. Schönbornhalle und Ohrenberghalle. Im Thermarium gehen der Fitnessbereich, die Physiotherapie und die Salzgrotte wieder in Betrieb. Wann dort wieder unser gesundheitsförderliches warmes Solewasser „erschwommen“ werden darf, steht leider noch in den Sternen. Wer aber jetzt schon mal Eintritts-Gutscheine für das Thermarium kauft, sichert sich seinen Startplatz, wenn unser touristisches Aushängschild öffnen darf.

Ich wünsche Ihnen alle ein paar ruhige Pfingstferientage, bleiben Sie gesund, bleiben Sie auf Abstand (auch in den Biergärten!) aber immer in gesunder Bewegung.

Ihr
Klaus Detlev Huge
Bürgermeister